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Wir sind gegen die Preisbindung bei E-Books, wir sind für die Preisbindung für E-Books, wir sind …

2. Oktober, 2008

Bild von hn via http://www.flickr.com

Irgendwie schon interessant, wie ein und derselbe Gesetzestext auf so gegensätzliche Weise ausgelegt werden kann. Und zwar nicht von zwei unterschiedlichen Personen. Der selbe Börsenverein des deutschen Buchhandels, der seit 2005 das Preisbindungsgesetz so auslegte, dass E-Books nicht unter die Preisbindung fallen, hat seine Meinung mit einer neuen Einschätzung mal eben um 180 Grad geändert. Und zwar ohne Wenn und Aber und unter Ankündigung von Musterverfahren zur Durchsetzung dieser Einschätzung.

Es scheint relativ klar, warum das alles geschieht. Während E-Books jahrelang keine echte „Bedrohung“ für das gedruckte Buch und die traditionellen Vertriebswege des (stationären) Buchhandels waren, hat man nun wohl doch ein wenig Angst. Mit dem Erfolg von Amazon’s Kindle in den USA und der Ankündigung des Gerätes für Deutschland sowie der dadurch gesteigerten Aufmerksamkeit für all das, was sich da entwickelt (nicht nur Amazon ist im E-Book-Markt aktiv, da gibt’s noch viel mehr Lesegeräte – z.B. dieses, dieses oder dieses – und Vertriebskonzepte).

Es ist halt die Interessensvertretung vor allem des deutschen Buchhandels. Und insofern soll dieser geschützt werden. Als Betriebswirt kann ich insgesamt aber (nach dieser Meldung umso mehr) nur den Kopf schütteln über diese Angst vor marktwirtschaftlichen Mechanismen und den nach wie vor ungebrochenen deustchen Drang nach Protektionismus.

Ich bin mal gespannt, wie diese Diskussion weitergeht und wie die Preisbindung für E-Books am ende durchgesetzt werden soll. Was passiert z.B. mit dem E-Book-Online-Händler, der seinen Sitz in der Schweiz hat und dort die Bücher ohne Preisbindung anbieten kann?

Und was ist eigentlich mit der Mehrwertsteuer auf E-Books. Wenn E-Books nun also Bücher sind (die der Preisbindung unterliegen), muss dann hier nicht auch der geminderte Mehrwertsteuersatz von 7% gelten?

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Neues aus dem Sport: Der große Bild-Vergleich

16. September, 2008

Mal wieder die Bild-Zeitung … Zunächst wollte ich es ja direkt und ganz alleine hier posten, aber dann hab ich mich doch anders entschieden und dem BILDblog einen sachdienlichen Hinweis gegeben. Schreiben muss ich dennoch darüber, denn es bleibt amüsant. Habe ich nicht neulich noch irgendwo gelesen, dass Bild Online 800 Redakteure beschäftigt (Achtung: pdf-Download der Bild Mediadaten)? Guckt da keiner mal auf das eigene Produkt?.

Screenshot via BILDblog

Groß auf der Sportseite angekündigt: Der große Bild-Vergleich zwischen Schumi und … äh, ja … Schumi. Das alles mit dem Aufmacher garniert „So viel Schumi steckt in Schumi“. Gut dass ein Foto dabei war. So kann man sich wenigstens denken, dass einer der beiden Schumis wohl Sebastian Vettel sein soll.

P.S.: Bin ich jetzt eigentlich berühmt? Ich meine, weil ich’s ins BILDblog geschafft habe 🙂 ?

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Ausweglose Situation

5. September, 2008

Was macht man, wenn einem vom Installationsprogramm des „Microsoft .net Framework 3.5 SP1 Setup“ gesagt wird, man solle bitte das „Microsoft .net Framework 3.5 SP1 Setup“ schließen, weil sonst das „Microsoft .net Framework 3.5 SP1 Setup“ nicht korrekt ausgeführt werden könne?

Das nennt man dann wohl "ausweglos"

Das nennt man dann wohl ausweglos

Ich muss nicht extra erwähnen, dass die Installation nicht geklappt hat?
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Geht Google jetzt zu weit?

2. September, 2008

Jetzt muss ich doch noch kurz etwas schreiben, weil ich gerade las, dass Google nun auch einen eigenen Webbrowser auf den Markt bringt. Offiziell begründet mit „die heutigen Browser sind alle zu schlecht, wir wollen das Surfen für den User besser und schneller machen“, dürfte der wahre Grund wohl woanders liegen. Rund 99% des Umsatzes macht Google mit Werbung im Netz. Personalisierung spielt dabei eine große Rolle – und wie ließen sich einfacher und effektiver Daten über Person und Userverhalten im Web sammeln als über den Browser (History, Favoriten, Protokolle …)?

Lest dazu auch mal den Artikel aus der Welt von vergangenem Sonntag. Ich finde, jetzt geht Google ein bißchen zu weit. Bin gespannt, ob die Glaubensgemeinde auch diesem Coup (blind) folgt …

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Linktipp: Wikimindmap

2. September, 2008
Wikimindmap zum Thema E-Book (Ausschnitt)

Wikimindmap zum Thema E-Book (Ausschnitt)

Lange nichts geschrieben hier. Obwohl es genügend Themen gäbe, fehlt momentan etwas die Zeit. Aber wenigstens einen Linktipp will ich loswerden: Wikimindmap. Ein großartiges Tool, um Wikipedia noch besser zu nutzen.

Einfach Suchbegriff eingeben (vorher die gewünschte Sprachversion wählen, in der gesucht werden soll) und Wikimindmap stellt das Suchergebnis sowie die mit dem Suchwort verlinkten weiteren Einträge der Wikipedia dar. So findet man zum Thema „E-Book“ zum Beispiel auch schnell Links zum „Elektronischen Papier“ oder den verschiedenen Programmen zum Anzeigen von E-Books auf PCs und mobilen Geräten.

Ich nutze Wikipedia nur noch so. Direkter, umfassender und übersichtlicher geht’s nicht. Im übrigen lassen sich die so erstellten Mindmaps auch in das (kostenlos verfügbare) Mindmapping-Programm Freemind exportieren.

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E-Books (jetzt wirklich?) vor dem Durchbruch

11. August, 2008
Lesen mit dem iPhone

Lesen mit dem iPhone

Wow, wie lange hab ich eigentlich nicht gebloggt? Wenn man sich die Meldungen der letzten Tage ansieht, könnte man denken, ich war ein halbes Jahr auf einer einsamen Insel.

Amazon kauft Abebooks und wird vielleicht (Achtung: Gerüchteküche …) zur Buchmesse im Oktober den (das? die? – ich weiß es immer noch nicht) Kindle auch in Deutschland auf den Markt bringen, während die Telekom in Deutschland sowie auch ihr französisches Pendant an eigenen elektronischen Lesegeräten arbeiten. Hier und hier entstehen neue Literaturplattformen im Netz – und das sind nichtmal alle Meldungen der jüngsten Vergangenheit.

Näher eingehen will ich aber heute auf einen interessanten Artikel im buchreport (gefunden via Heinold, Spiller & Partner). Dort geht’s nämlich nochmal um E-Books und deren (ja schon oft herbeidiskutierten, nun aber möglicherweise wirklich bevorstehenden) Durchbruch. Die Redaktion hat „Experten“ zu Ihrer Erwartung befragt und herausgekommen ist, dass

  • der bisher zu vernachlässigende Umsatzanteil von E-Book-Titeln am gesamten Buchmarkt in fünf Jahren mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich liegen werde, sowie
  • auch im Bereich Belletristik eine nennenswerte Nachfrage erwartet wird.

Ich persönlich beschäftige mich (erst? schon?) seit etwa anderthalb Jahren intensiv mit dem Thema E-Books und bin inzwischen zu einem leidenschaftlichen Verfechter der Theorie geworden, dass der Markt bereitet ist (durch Geräte wie iPhone/iPod Touch oder auch Kindle & Co.) – dass es jedoch eines innovativen Ansatzes in Richtung Dateiformate bedarf, um das Potenzial auch wirklich auszuschöpfen und eine nutzerfreundliche Umgebung zu schaffen, die ein positives Leseerlebnis generiert. Interessant zu lesen, dass auch einige der befragten Experten in diese Richtung argumentieren. Und dass Verlage/Verlagsgruppen wie DroemerKnaur oder RandomHouse in 5 Jahren einen E-Book-Umsatzanteil von bis zu 15% für realistisch halten.

Interessant ist aber auch, dass – während heutige Preismodelle bei den am Markt befindlichen Anbietern E-Books eher bei weniger als 50% des Handelspreises für das gedruckte Buch ansiedeln – eine einhellige Meinung zu sein scheint, dass E-Books nicht wesentlich günstiger als die gedruckten Versionen sein sollten. Also in diesem Punkt stimme ich nicht wirklich zu – da würde wohl großes Potenzial verschenkt, denn wäre es nicht eine gute Gelegenheit, über Preisspielräume die Hürde, ein Buch und seinen Autor kennen zu lernen, zu lockern und Leser zu motivieren, es „einfach mal zu probieren“ – ohne gleich 10 oder 20 Euro ausgegeben zu haben? Zumal mit Druck und Handlingkosten ja ein Großteil der Stückkosten entfallen dürfte …

Egal wie, spannend bleibt’s auf jeden Fall.

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Das könnte mein Lieblingszitat werden …

28. Juli, 2008

Seit einigen Wochen wird ja über den Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs diskutiert. Heute in SPON gibt’s dazu eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse (ups, das klingt, als sei’s bald zu Ende mit Herrn Jobs, so ist es aber wohl nicht). Der Artikel endet mit einem Zitat aus einem Telefonat zwischen Jobs und einem NYT-Redakteur. Nach eigenem Bekunden hatte der Redakteur „keine Zweifel, dass er tatsächlich mit dem echten Steve Jobs telefoniert hatte“. Dieser begann das Gespräch angeblich so:

„Sie denken, ich bin ein arroganter (herausgelassener Kraftausdruck), der glaubt, dass er über dem Gesetz steht, und ich denke, Sie sind ein Schleim-Eimer, bei dem die meisten Fakten nicht stimmen.“

Guter Gesprächseinstieg, muss ich mir merken …